Prof. Dr. med. H. Furrer, Direktor und Chefarzt

Werdegang
Studium an der Universität Zürich
1985 Staatsexamen
1986 Dissertation (Dr.med.)
1995 FMH Innere Medizin
2000 FMH Infektiologie
2001 Venia docendi, Universität Bern
2005 Titularprofessur, Universität Bern
2008 Assoziierte Professur, Universität Bern

Funktion:
Direktor und Chefarzt

Publikationen

Interessens- und Forschungsgebiete: Den Anstoss zu meiner Forschung gab Dr. Rieux, der Arzt in Camus‘ „La Peste“. Seine menschliche Haltung und sein ärztliches Engagement in der scheinbar hoffnungslosen Pestsituation bewog mich, Medizin zu studieren. Ende der Achtziger Jahre war ich als junger Arzt in der AIDS Sprechstunde des Inselspitals in einer ähnlichen Situation wie Dr. Rieux in Oran: Scheinbar hilflos begleiteten wir unsere Patienten und Patientinnen mit der neuen Krankheit AIDS in den Tod. Die HIV-Infektion mit ihren medizinischen, sozialen und gesundheitspolitischen Implikationen war eine schreckliche aber auch faszinierende Herausforderung.

Das HIV-induzierte langsame Zusammenbrechen des Abwehrsystems mit den auftretenden, vorher kaum bekannter opportunistischer Krankheiten zeigte die Wichtigkeit der „Pathogen – Host“ Beziehung exemplarisch und offenbarte die Grenzen unserer antimikrobiellen Therapien und der Infektiologie im Allgemeinen. Opportunistische Krankheiten wurden dann auch zu meinem primären Forschungsgebiet. Im Rahmen der Schweizerischen HIV Kohortenstudie beteiligten wir uns an vorderster Front an der Erforschung dieser neuen „Pest“ und konnten innerhalb weniger Jahren zu wesentlichen Erkenntnissen im Bereich der Virologie, Immunologie, Infektiologie aber auch der antiviralen Therapie gelangen.

Diese Erkenntnisse machten die HIV-Infektion zu einer behandelbaren Krankheit. Faszinierend für mich und wesentlicher Teil meiner Forschung ist das Wiedererstarken des Abwehrsystems unter den antiretroviralen Therapien. Die Optimierung dieser Behandlungen bei uns, aber vor allem auch in ärmeren Ländern, bleibt eine Herausforderung sowohl wissenschaftlich als auch in der direkten Arzt-Patient Beziehung und in gesundheitspolitischer Hinsicht.